„Das Sterben eines Menschen bleibt als wichtige Erinnerung zurück bei denen, die weiterleben. Aus
Rücksicht auf sie, aber auch aus Rücksicht auf den Sterbenden ist es unsere Aufgabe, einerseits zu wissen,
was Schmerz und Leiden verursacht, andererseits zu wissen, wie wir diese Beschwerden lindern
können. Was immer in den letzten Stunden eines Menschen geschieht, kann viele bestehenden Wunden
heilen. Es kann aber auch als unerträgliche Erinnerung verbleiben, die den Weg durch die Trauer
erschwert.“
Cicely Saunders
Dieses Wort von C. Saunders, der englischen Ärztin und Mitbegründerin der modernen Hospizbewegung, hat uns wie
ein roter Faden durch das vergangene Jahr hindurch geleitet. Beiden Bereichen, der Begleitung Sterbender und ihrer
Angehörigen sowie der Unterstützung Trauernder auf ihrem Weg der Verarbeitung, galt unsere ganze Zuwendung.
Deshalb konnten wir uns mit freuen über die Errichtung eines Palliativstützpunktes im Klinikum Obergöltzsch in
Rodewisch. Damit gibt es auch in unserer Region einen kompetenten palliativmedizinischen Ansprechpartner, der
intensiv mit anderen Berufsgruppen zusammen arbeitet sowie die Möglichkeit einer stationären Aufnahme für
Sterbenskranke zur Linderung ihrer Beschwerden. Wir als Hospizverein sind seit Herbst regelmäßig dort eingeladen zu
den gemeinsamen Beratungen. Damit gelang es besser, übergreifende Begleitungen von stationär zu ambulant oder
umgekehrt zu organisieren.
2010 konnten wir 66 Sterbenden und deren Angehörigen beistehen, davon 20 zu Hause, 36 in Pflegeheimen und 10 in
Krankenhäusern.
Daneben ist das Angebot der Trauercafes in Reichenbach und Auerbach ein wichtiger und stetig wachsender
Bestandteil unserer Arbeit geworden. In Auerbach steht zu Beginn des neuen Jahres ein Ortswechsel an, weil die dort
stattfindenden Trauercafes förmlich aus den Nähten platzen. Neuer Ort wird das Bürgerhaus in der Goethestr. 7 sein.
In Reichenbach ist ein behutsameres Annehmen dieses Angebotes zu beobachten. In beiden Cafes sind unsere Gäste
vorwiegend Trauernde, denen die Möglichkeit des Abschiednehmens erschwert wurde. An beiden Orten nahmen
monatlich regelmäßig insgesamt 5 -15 Trauernde teil, 3 Personen erhielten Einzelbegleitungen, 20 fanden bei akuten
Krisensituationen in Gesprächen Entlastung für ihre Trauer.
Immer wieder gilt es, das Angebot unserer Arbeit bekannt zu machen und Menschen zu ermutigen, unseren Dienst in
Anspruch zu nehmen. Das geschieht einerseits durch die persönliche Weitergabe von guten Erfahrungen, andererseits
durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit in 9 Themenabenden (Reichenbach, Auerbach, Klingenthal), zu denen insgesamt
215 Personen erschienen. 40 Personen nutzten Beratung, um sich über unsere Unterstützungsangebote zu
informieren, oder es gelang, weiterführende Hilfe zu vermitteln.
Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter informierten in Schulen, Kirchgemeinden, Pflegeeinrichtungen und zu anderen
Veranstaltungen in 39 Vorträgen 898 Interessierte über die Tätigkeitsfelder unseres Vereins bzw. waren dreimal zu
öffentlichen Veranstaltungen mit Informationsständen präsent.
Besondere finanzielle Förderung erhielten wir von der Dr.-Ruth-Dausch-Stiftung und der Alfried-Krupp-Stiftung.
Dank der großen Freigiebigkeit aller Ehrenamtlichen und Förderer unserer Arbeit, die Zeit, Geld, Fantasie und Liebe
verschenkten, konnten die wachsenden Aufgaben trotz Personalwechsel 2010 in guter Weise bewältigt werden.
Ein herzliches Dankeschön allen, die geholfen haben diese Geschenke an andere reichlich weiterzugeben.
Wenig oder viel sind wandelbar wie Geschenke,
je nachdem, ob sie der Gebende oder der Empfangende betrachtet.
(Anton Tschechow)
Rückblick
Unser Hauptaugenmerk lag im vergangenen Jahr auf gemeinsamen Veranstaltungen mit unseren ehrenamtlichen
Hospizhelfern, um sich besser kennen zu lernen und Gelegenheiten zum gemeinsamen Austausch zu bieten.
Neben den monatlichen Treffen im kleineren Kreis hat sich bewährt, zweimal jährlich für alle Hospizhelfer aus Reichenbach
und Auerbach einen gemeinsamen Abend zu gestalten.
Im Frühjahr stand das gegenseitige Kennenlernen mit unserer neuen Koordinatorin Birgit Jung im Mittelpunkt.
Ausflug

Im Mai unternahmen wir mit dem Bus eine Fahrt nach Thüringen.
In Kuhnsdorf befindet sich ein kleines Museum, dass sich mit
Trauer- und Bestattungsritualen befasst – eine echte Bereicherung für unsere Arbeit.
"Märchen im Hospiz"

Im Herbst hatten wir Frau Fritzsche aus Plauen zu Gast, die uns auf sehr genüssliche Art und Weise mit dem Thema
“Märchen im Hospiz“ vertraut machte. Für 90 Minuten Kindheit träumen und die Welt ringsum vergessen,
tat einfach unserer Seele gut.
Sommerfest

Unser Sommerfest – das Highlight des Jahres! Leider kamen nur wenige!
Im nächsten Jahr gibt es ein großes Fest: Wir feiern unseren 10. Geburtstag.
Benefizkonzert

In diesem Jahr erlebten wir unser 9. Benefizkonzert, gestaltet vom Kammerorchesters des Robert–Schumann–Konservatoriums
unter Leitung von Herrn Christian Pflug. Die Auswahl der Musikstücke und die eingeladenen Solisten
bescherten uns ein buntes und anspruchsvolles Programm. Dass dieses Konzert sich zu einer guten Tradition entwickelt
hat, zeigen die steigenden Besucherzahlen. 124 Besucher spendeten 612,00 € für unsere Arbeit.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Pflug und sein Orchester für die langjährige Treue!